Stell dich virtuell dar!

„Mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück; es kommt nicht darauf an, wie lange es ist, sondern wie bunt.“

Lucius Annaeus Seneca

Geburt – Kindergarten – Schule – Studium/Ausbildung – Beruf. Das sind die Stationen, die wir im Leben durchlaufen, wenn auch mit viel Variation. Die Momente, die wir an diesen Stationen erleben, werden in zahlreichen Artefakten gespeichert und teilweise wiederverwertet und so füllt sich unsere Biografie.

Wie sähe eine Aus- & Weiterbildungsbiografie in Form eines „lebenslangen E-Portfolios“ aus? Das ist meine Vorstellung davon!

Wenn man solch eine Biografie als eine Art Blog versteht, benötigt dieser logischerweise auch bestimmte Funktionen. Mal abgesehen von den Grundelementen sollten hierbei folgende Funktionen enthalten sein:

Shortcut << Lebenslauf >>: Eine Seite auf der alle Informationen zu meinem Aus- & Weiterbildungsprozess gebündelt auf einen Blick dargestellt und alle nötigen Informationen enthalten sind, sozusagen die wichtigsten „Ereignisse meiner Bildung“. Dabei kann man Angaben zu Zeugnissen, Praktika, etc. gleich mit einem Scan/ Foto vom jeweiligen Artefakt verlinken.

Kontaktaufnahme: Man sollte natürlich irgendwo seine Kontaktdaten hinterlegen, über die man erreichbar ist.

Kommentarfunktion: Ich denke es wäre gut eine Kommentarfunktion einzubetten, denn so kann man auch mit den anderen diskutieren und kommunizieren. Vielleicht könnte man außerdem noch eine Art Forum einfügen. Dadurch wäre auch ein Feedback von anderen möglich.

Inhaltlich lässt solch ein Portfolio einem Freiheiten, denn man kann selbst entscheiden, was seine Biografie schmücken darf/soll und was nicht. Aber die eigenen Qualifikationen (Zeugnisse, Abschlüsse, Praktikumsbescheide, Fortbildungsmaßnahmen, etc.), evtl. Abschluss-/Seminar-/Hausarbeiten, Empfehlungsschreiben, Nebenjobs, (ehemalige) Arbeitsplätze, Ausbildung Auslandsaufenthalte und alles andere, was ich nicht aufgezählt habe, sollten dort mit enthalten sein. Veranschaulicht kann dies durch Fotos, Videos und Grafiken werden, die persönlichere Einblicke liefern. Darüber hinaus kann man eigene Gedanken/Kommentare zu den Artefakten hinzufügen, worin man selbst darüber reflektieren kann. Zusätzlich ist es möglich, eigene Erfahrungen weiterzugeben. Außerdem fände ich eine Art kleines Persönlichkeitsprofil vorteilhaft, bestehend aus Stärken und Schwächen, Interessen und Charakter, evtl. sozialem Engagement, so dass ein Arbeitgeber auch die persönliche Seite „begutachten“ kann. Natürlich kann dies wieder durch Bilder, Videos, etc. geschmückt sein. Beispielsweise könnte man durch Fotos die eigenen Interessen „beweisen“ oder es ließe sich auch das Persönlichkeitsprofil in Form eines Videos gestalten.

Hier habt ihr nochmal ein kleines MindMap zum Inhalt:

Grafik_lebenslanges E-Portfolio

 

(Das MindMap hab ich übrigens mit demselben Tool erstellt, das ich auch bei meinem Beitrag „Meine persönliche Lernumgebung“ verwendet habe. Es nennt sich „EDraw Mind Map“. Falls ihr es auch mal ausprobieren wollt, findet ihr den Download hier.)

 

Was die Vernetzung betrifft, könnte man eine Bestenliste seiner eigenen Learning Tools mit auf der Seite einbinden und jeweils diese näher beschreiben und die Gründe darlegen, warum man diese nutzt und auch wofür. Weiterhin lassen sich Vernetzungen zu sozialen Netzwerken und eventuellen eigenen Webseiten (z.B. eigener Blog) herstellen. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass potenzielle Arbeitgeber ihre Bewerber bei Facebook suchen.

Die mobilen Geräte unserer Zeit bieten dahingehend einen großen Vorteil, denn man kann seine E-Portfolio-Seite immer aktuell halten – eben auch von unterwegs aus – und Fotos können ebenfalls gleich eingebettet und kommentiert werden.

Generell bin ich der Meinung, dass eine derartige Biografie die Möglichkeit bietet viel mehr Informationen in seinen Lebenslauf/Bewerbung einzubringen und dies kann auch in ausgeschmückterer Form der Fall sein, eben gerade durch Bilder-/Videofunktion. Darüber hinaus kann sich ein potenzieller Arbeitgeber nicht nur einen Eindruck von den Qualifikationen eines Bewerbers machen, sondern auch von dessen Persönlichkeit und ihn dahingehend bewerten. Zusätzlich ist eine solche Biografie überall verfügbar und ist nicht an Papier oder E-Mail gebunden, was ich als durchaus vorteilhaft bewerte. Durch die E-Portfolio-Biografie wird ebenso die Individualität eines jeden gesteigert, weil es auf einer persönlicheren Ebene abläuft. Außerdem ist es doch unterhaltender sich so etwas anzusehen, als ein paar Blätter Papier – das sei nur mal am Rande gesagt! 😀

Nichtsdestotrotz sollte das Ganze nicht zu privat werden, denn man möchte dann doch nicht sein ganzes Leben offenbaren (also ich zumindest nicht). Man sollte deshalb immer eine gewisse neutrale bzw. objektive Herangehensweise im Hinterkopf behalten, um nicht zu ausschweifende Erzählungen zu machen und nicht zu übertreiben. Weniger ist eben doch manchmal mehr! =)  Überdies sollte die Seite auch seriös wirken, also muss man auch auf die Gesamtgestaltung achten. Und vielleicht ist solch eine Variante nicht für jeden Arbeitgeber was, das ist sicher unterschiedlich.

Dennoch finde ich die Idee wirklich gut und ich könnte mir vorstellen das auch selber zu machen. Es ist sicherlich aufwendiger als eine „normale“ Bewerbung, aber in der heutigen Zeit soll man doch aus der Masse herausstechen und dies würde sicher dazu beitragen.

Mich würde noch eure Meinung dazu interessieren, was haltet ihr von dieser Idee? Habt ihr Fragen, Kritik oder Anregungen, dann teilt´s mir mit!  =)

Liebe Grüße,

eure Lena! 🙂

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Ein Kommentar zu “Stell dich virtuell dar!

  1. Dominique sagt:

    Hallo anna lena!

    Ein sehr schöner, visueller Beitrag. ich selbst habe mich an diese Thematik nicht ganz heran getraut. Deshalb war es sehr schön, deinen gut durchdachten, strukturierten Beitrag zu lesen.

    Sehr spannend finde ich den Teil Shortcut <>:. Was wäre da die Erleichterung? Papierersparnis, zumcht. Einen! Lebensläufe für Bewertungen müssten nicht mehr gedruckt werden und könnten zudem wirklich immer absolut aktuell sein- mit Links zu Praktikastellen oder Bildern. Die Recherche des Arbeitgebers wäre somit vereinfacht. Tolle idee! Spannend wäre auch, die Kommentarfunktion beispielsweise im Lebenslauf zu befestigen, sodass alte Arbeitgeber Bewertungen zu dir und deinen Leistungen abgeben könnten.

    „Nichtsdestotrotz sollte das Ganze nicht zu privat werden, denn man möchte dann doch nicht sein ganzes Leben offenbaren (also ich zumindest nicht)“ –> Genau das, war mein Gedanke. Wird so ein lebenslanges Portfolio nicht zu gläsern? Wer macht was wann und wo? Für mich wäre dies etwas zu scharfkantig, muss ich zuegeben. Dann lieber doch die alte Form, die nicht jeder nachvollziehen kann. DENN: Die jetzigen Fußspuren im Netz lassen sich ja mit Deck- oder Nicknamen vertuschen. Im pers. Portfolio müsste ja aber der Klarname erkenntlich sein- das würde uns wahrlich zu durchsichtig machen!

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